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Die Steuerberater:
News

ECA-Monat: Jänner 2024

Aktuelles zum Wirtschafts- und Steuerrecht

LAND DER SPENDENFREUDIGKEIT – AUF UNS IST VERLASS

Die großzügige Spendenbereitschaft der Österreicher in der Weihnachtszeit beeindruckt. Die Bundesregierung erleichtert Spenden mit einem Gemeinnützigkeitspaket, erweitert die Begünstigungsbereiche und vereinfacht Verwaltungsaufgaben. Ab 2024 wird Gutes tun und Steuern sparen einfacher. Ein frohes neues Jahr!

Ab 2024 profitieren Privatpersonen vom ermäßigten Umsatzsteuersatz von 0 % für den Erwerb von Photovoltaikmodulen. Dies fördert den Ausbau erneuerbarer Energien und gilt bis zum 1.1.2026.

Voraussetzungen

Der 0%-Steuersatz gilt nur, wenn die Photovoltaikanlage eine Engpassleistung von maximal 35 Kilowatt hat und auf Wohngebäuden, öffentlichen Einrichtungen oder Gebäuden mit gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecken betrieben wird.

Montage und Installation von Photovoltaikmodulen

Die Nähe zu den genannten Gebäuden gilt auch, wenn die Photovoltaikanlage auf demselben Grundstück, Garagen, Schuppen oder einem Zaun steht. Ein räumlicher Nutzungsbezug reicht ebenfalls aus. Unselbständige Nebenleistungen wie die Installation von Modulen sind steuerbefreit, wenn sie direkt für den Anlagenbetreiber erbracht werden. Die Steuerbefreiung gilt nur für direkte Lieferungen an Betreiber für Betriebszwecke. Zwischenhändler unterliegen dem Normalsteuersatz. Der Betreiber wird wirtschaftlich betrachtet, nicht nur durch das Eigentum an der Anlage.

Keine zusätzliche Flächenversiegelung

Die befristete Umsatzsteuerbefreiung für kleine Photovoltaikanlagen auf Privathäusern oder öffentlichen Gebäuden gilt nur, wenn die Anlagen auf Dächern oder nahen Gebäuden wie Garagen installiert werden, nicht jedoch auf freien Flächen, um zusätzliche Flächenversiegelung zu vermeiden. (weitere Informationen siehe PDF)

Freiwilligenpauschale

Die Freiwilligenpauschale bietet rechtliche Sicherheit und steuerliche Unterstützung für gemeinnützige Organisationen, die ehrenamtliche Arbeit honorieren. Steuerfrei sind Zahlungen bis zu EUR 30,00 pro Tag bzw. EUR 1.000,00 pro Jahr. Besondere Tätigkeiten wie Sozialdienste oder Katastrophenhilfe ermöglichen eine steuerfreie Pauschale von EUR 50,00 pro Tag bzw. EUR 3.000,00 pro Jahr. Ein Beispiel: Ein Musikverein zahlt Musikern, die beim Weihnachtskonzert spielten, EUR 50,00 aus, wovon EUR 30,00 steuerfrei sind.

Erleichterungen bei Satzungsmängeln eines Rechtsträgers

Um die steuerliche Gemeinnützigkeit zu gewährleisten, muss die Satzung eines Rechtsträgers den Anforderungen der Bundesabgabenordnung entsprechen. Frühere formale Mängel führten zur Aberkennung der Steuerbegünstigung. Die neue Regelung ermöglicht dem Rechtsträger, innerhalb von sechs Monaten beanstandete Satzungsmängel zu korrigieren. Erfolgt die Anpassung und erfüllt die Satzung nun die BAO-Anforderungen, kann dies rückwirkend gelten, wodurch die bisherige strenge Vorgehensweise entschärft wird.

Keine Höchstgrenze abzugsfähiger Zuwendungen

Der Höchstbetragsdeckel von EUR 500.000 für abzugsfähige Spenden entfällt. Die Begrenzung bleibt bei 10 % des Gewinns im Veranlagungszeitraum bestehen. Eine Vortragsmöglichkeit wird eingeführt, wenn die Zuwendung die 10 %-Grenze übersteigt, um sofortige höhere Vermögensstockausstattungen zu ermöglichen. (weitere Informationen siehe PDF)

Das Finanzministerium beantwortete am 3.11.2023 steuerliche Fragen zu Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften. Mitglieder teilen und verkaufen gemeinsam erzeugte Energie aus erneuerbaren Quellen, wie Photovoltaikanlagen.

Einkommensteuer

EEG-Teilnehmer, ob Überschuss- oder Volleinspeiser, liefern wirtschaftlich betrachtet Energie an die EEG. Bei natürlichen Personen sind Einkünfte aus der Lieferung bis zu 12.500 kWh elektrischer Energie von der Einkommensteuer befreit, unter Berücksichtigung der Engpass- und Anschlussleistung.

Umsatzsteuer

Die EEG ist der Umsatzsteuerschuldner für von Privatpersonen gelieferte Energie, nicht die individuellen Mitglieder oder Gesellschafter. In wirtschaftlicher Hinsicht erfolgt eine Lieferung an die EEG, die als Wiederverkäufer gilt und gemäß Reverse-Charge-Verfahren die Umsatzsteuer schuldet.

Elektrizitätsabgabe

Selbst verbrauchte elektrische Energie ist von der Elektrizitätsabgabe befreit, wenn sie nicht ins Netz eingespeist wird. Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften müssen gesetzliche Aufzeichnungspflichten erfüllen, wobei Volleinspeiser weniger Pflichten haben als Überschusseinspeiser, es sei denn, die Aufzeichnungen der EEG erstrecken sich auf selbstverbrauchte oder an EVUs gelieferte Mengen. (weitere Informationen siehe PDF)

Dienstgeberabgabe

Die Dienstgeberabgabe wird angehoben, um Wettbewerbsvorteile für geringfügig Beschäftigte auszugleichen. Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag steigt um 3 % auf 19,4 %, während der allgemeine Beitrag auf 5,9 % sinkt, und für Lehrlinge auf 2,3 %. Dies senkt Lohnnebenkosten, wobei die Senkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags nur für Nicht-Niedrigverdiener gilt. (weitere Informationen siehe PDF)